Dow Jones Europa Aktuell

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Im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen die Europäischen Institutionen in Brüssel, Luxemburg und Straßburg - immer mit einem besonderen Fokus auf den wirtschaftlichen Aspekten, ob Finanz- und Energiemärkte, Handels-, Agrar- und Umweltpolitik oder die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs.

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EZB: Banken verschärfen Standards für Unternehmenskredite

 

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Banken im Euroraum haben im zweiten Quartal die Standards für die Kreditvergabe an Unternehmen unerwartet deutlich verschärft und rechnen im dritten Vierteljahr mit einer weiteren Verschärfung. Wie die Europäische Zentralbank am Mittwoch auf Basis ihrer Quartalsumfrage zur Kreditvergabe mitteilte, stieg der Saldo der Banken, die ihre Konditionen für Unternehmenskredite strenger gefasst haben, im zweiten Quartal auf 11%. Im ersten Vierteljahr hatte er bei 3% gelegen und war damit gegenüber dem Vorzeitraum unverändert geblieben.

Bei der Umfrage im ersten Vierteljahr hatten die Banken für das zweite Quartal lediglich einen Saldo von 2% prognostiziert. Für das dritte Quartal rechnen sie nun mit einer weiteren, allerdings weniger starken Nettoverschärfung der Kreditstandards für Unternehmen, der Saldo wird bei 5% gesehen.

Zur Begründung für die erneut strengeren Bedingungen bei der Kreditvergabe verwiesen die befragten Banken der EZB zufolge auf die Verschlechterung ihrer Bilanzen, vornehmlich hinsichtlich der Liquiditätspositionen und schwierigere Finanzierungsmöglichkeiten. Gleichzeitig wurden leichte Verbesserungen bei den Kreditrisiken und bei den allgemeinen Wirtschaftsbedingungen berichtet.

Bei den Krediten an private Haushalte für den Erwerb von Immobilien blieb die Verschärfung der Kreditkonditionen im zweiten Quartal mit netto 10% auf dem Niveau des Vorquartals. Im ersten Vierteljahr hatten die Banken allerdings eine Abschwächung der Verschärfung auf netto 2% erwartet. Für das dritte Quartal wird nun mit einer Abnahme auf 3% gerechnet. Bei den Konsumentenkrediten blieb die Nettoverschärfung mit 12% ebenfalls gegenüber dem Vorquartal nahezu konstant, für das dritte Quartal wird ein Rückgang auf 6% erwartet.

Die Nachfrage nach Krediten erholt sich nach Ansicht der Banken weiterhin, allerdings nur schrittweise. Die Nettonachfrage nach Unternehmenskrediten war mit minus 2% nur noch leicht negativ, nachdem der Saldo im ersten Quartal netto minus 13% betragen hatte. Die Nachfrage nach Krediten durch die privaten Haushalte erreichte dagegen netto den positiven Bereich, sie stieg für Immobilienkredite auf plus 24% von minus 2% im ersten Quartal und für Konsumentenkredite auf plus 1% von minus 13% im Vorquartal.

Der EZB zufolge haben negative Auswirkungen der Staatsschuldenkrise im zweiten Quartal die Möglichkeiten der Banken zur Aufnahme von Mitteln am Kapitalmarkt offenbar beeinträchtigt. Vor allem am kurzfristigen Geldmarkt und an den Märkten für Schuldverschreibungen hätten sich die Bedingungen gegenüber dem ersten Quartal verschlechtert. In den kommenden Monaten rechnen die Banken mit anhaltenden Schwierigkeiten bei der Mittelaufnahme, allerdings nicht in dem Umfang wie im zweiten Vierteljahr.

DJG/DJN/sgs/apo/28.7.2010

 

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