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BONN (Dow Jones)--Die Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn AG hat offenbar erhebliche Probleme, ihre Kunden rechtzeitig zu beliefern. Wie aus einer Mitteilung des bvse Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung hervorgeht, hat sich DB Schenker Rail Anfang Juli in Essen mit verärgerten Kunden aus dem Montansektor getroffen, nachdem sich viele Unternehmen über die Versorgungsmängel beschwert hatten. "Das war ein sehr mutiger Schritt der Bahn, mit diesem Thema so offensiv umzugehen", lobte bvse-Referentin Birgit Guschall-Jaik im Gespräch mit Dow Jones Einkäufer im Markt die Initiative der Bahn.
Die Deutsche Bahn ist nach Angaben des bvse gegenwärtig nicht in der Lage, ausreichend Waggons für den Gütertransport zur Verfügung zu stellen. Der Verband führt dies auf das "umfangreiche Kostensenkungsprogramm" zurück, mit dem die Bahn auf die Krise 2008/09 reagiert habe. Dabei seien nicht nur 35.000 Waggons von der Schiene geholt worden, die Bahn habe auch versucht, mittels Personalabbau, Kurzarbeit, Verlängerung der Wartungsintervalle oder Konzentration der Ausbesserungswerke auf einige wenige Orte Kosten zu sparen.
Als die Konjunktur schneller als erwartet wieder angesprungen sei, habe DB Schenker - wie das Unternehmen gegenüber seinen Kunden zugegeben hat - den unvorhersehbar hohen Bedarf nicht zeitgerecht beschaffen können, wie der bvse schreibt. Darüber hinaus habe das Eisenbahnbundesamt nach einigen schweren Unfällen mit Güterwaggons die Sicherheitsbestimmungen verschärft, was die zur Verfügung stehenden Transportkapazitäten noch einmal reduziert habe. Zudem stehen laut bvse auch nicht genügend bahneigene Reparaturkapazitäten bereit.
Nach Angaben von Guschall-Jaik will DB Schenker Rail versuchen, die größten Probleme bis zum Herbst zu beseitigen. Das werde nach dem Sparprogramm der Bahn jedoch nicht gerade einfach werden, gab die bvse-Referentin zu bedenken. Geplant sei unter anderem, das bei einigen Werken bereits eingeführte System der Vergabe von Zuglaufnummern auf alle Kunden auszuweiten sowie die Laufzeiten und vor allem die Einzelwagengestellung zu optimieren. Die Kooperation von sieben europäischen Bahnbetreibern im Rahmen des X-Rail-Projekts (vgl. Einkäufer im Markt Nr. 5/2010) findet den Verbandsangaben zufolge in der Schrottwirtschaft "großen Anklang", zumal der Einzelwagen- oder Warengruppenverkehr für die Branche von immenser Bedeutung sei.
Auf die Frage, ob private Schienengüterverkehrsunternehmen für die Stahl- und Schrottbranche eine Alternative zur Deutschen Bahn seien, antwortete Guschall-Jaik mit einem klaren Nein. "Deren Kapazitäten reichen bei Weitem nicht aus. Die Privaten sind nur in Nischen tätig und deshalb für uns nicht interessant", führte sie aus. Zudem habe die Stahl- und Schrottwirtschaft mit der Bahn einen "starken Deal", gegen den private Anbieter nicht konkurrieren könnten.
kri
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